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Alles Diesel oder was? Auswege aus der Berliner Mobilitätskrise

Netzwerk-Lounge am 4. April 2019

Einen Ausblick in die urbane Mobilität von morgen lieferte die Lounge des NETZWERK ERDGAS, und erstmals in Kooperation mit dem IMW Interessenvereinigung Mittelständische Wirtschaft e.V., am
4. April in der BERLINER FREIHEIT.

Und das Thema verfing: Die Teilnehmer*innen folgten der gemeinsamen Einladung und informierten sich über integrierte Mobilitätskonzepte der Zukunft und der Möglichkeit, die Verkehrswende über den vermehrten Einsatz von Wasserstoff und (Bio-)Erdgas voranzubringen.

Maik Wortmeier | Vorsitzender der Geschäftsführung, NBB Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg mbH & Co. KG

Susan Friedrich | Vorstand, IMW Interessenvereinigung Mittelständische Wirtschaft e.V.

Die thematische Einführung übernahmen die die zwei Veranstalter, die NBB Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg mbH & Co. KG in Person des Vorsitzenden der Geschäftsführung, Maik Wortmeier und Vorstand der IMW Interessenvereinigung Mittelständische Wirtschaft e.V., Susan Friedrich. 

Dr. Gerhard Holtmeier, Vorstandsvorsitzender der GASAG AG, gab in seinem Impulsvortrag den Auftakt zur Themenveranstaltung.

Dr. Gerhard Holtmeier | Vorstandsvorsitzender, GASAG AG

Mobilitätsgestaltung in Metropolen: Lösungsansätze mit antriebsoffener ecoMobilität

So erinnerte Dr. Holtmeier daran, dass die zur Verfügung stehenden Antriebsenergien in den verschiedenen Mobilitätsbereichen unterschiedlich effizient eingesetzt werden können. E-Mobility bietet sich vor allem für kleine Strecken im Individualverkehr in der Stadt an. Die Einsatzbreite erdgasbetriebener Fahrzeuge (auf Basis von CNG und LNG) dagegen reicht vom Kurz- bis Langstrecken-Individualverkehr bis hin zum Schwerlastfernverkehr. Zukünftig könnte auch Wasserstoff die Mobilität bei Transportern, Bussen, der Schifffahrt und dem Schienenverkehr um eine nachhaltige Alternative erweitern.

Videodokumentation der Netzwerk-Lounge

Frank Christian Hinrichs | Geschäftsführer, inno2grid GmbH

Digitalisierung als Basis, aber nicht Allheilmittel künftiger Mobilitätskonzepte

Frank Christian Hinrichs, Geschäftsführer der inno2grid GmbH, stellte anschließend sein Konzept über die Entwicklungen und Ziele bei der Umstellung von urbanen Verkehrssystemen auf ein integriertes Mobilitätssystem vor. Wohnen, persönliche Mobilität und Logistik wären miteinander zu vernetzen. Dies sei mindestens bei der Planung neuer Wohngebiete, langfristig auch bei der Neugestaltung bestehender Quartiere notwendig. 

Die Digitalisierung des Verkehrs vor allem im Bereich gewerblicher Lieferdienste bilde ein zentrales Element in Hinrichs Überlegungen.
Güterverteilzentren am Stadtrand, Weiterverteilung in der Stadt mit emissionsarmen LWK und Lastenfahrräder auf der letzten Meile, sind Elemente eines neuen Verkehrssystems, das gefahrene Kilometer in der Stadt drastisch reduziert. Ähnlich umfassend müsse auch die persönliche Mobilität umgestellt werden, beispielsweise über Car-Pooling und Sharing-Dienste. Die Auslastung von PKW in der Stadt sollte so von durchschnittlich einer Stunde täglich drastisch gesteigert werden, was unter anderen mit einer durchgreifenden Reduzierung des Flächenbedarfs für Parkplätze einherginge. Das bedürfe allerdings eines Umbruchs im Nutzungsverhalten: Weg von einer Eigentümerschaft hin zur Nutzung von PKW ohne Wunsch nach Eigentum. Damit würde Mobilität zur Dienstleistung.

Kritik übte Hinrichs an den aktuellen Verwaltungsprozessen. Er mahnte an, dass Stadtplanung künftig nur ökonomisch sinnvoll umgesetzt werden könne, wenn in der Planungsphase eine sektorübergreifende Kopplung der Sparten Strom, Wärme und Kälte mit Mobilitätsbedürfnissen und einem Logistikkonzept in Einklang gebracht werden würde.

Dr. Timm Kehler | Vorstand, Zukunft ERDGAS

Mobil mit Erdgas – gut für die Umwelt, effizient und praktikabel

Dr. Timm Kehler, Vorstand der Initiative Zukunft ERDGAS, betonte in seinem Impuls-Vortrag die Überlegenheit von Erdgas in der Mobilität gegenüber Benzin und Diesel als Kraftstoff in Verbrennungsmotoren. So sei Erdgas nicht nur kostengünstiger und erlaube eine fast doppelte Reichweite für gleiches Geld, auch die Emissionen an CO₂ und besonders an Feinstaub und Stickoxiden fielen deutlich geringer aus, als bei Antrieben auf Erdölbasis. Zudem sei Erdgasmobilität bereits längst praktikabel: Eine große Palette an Kraftfahrzeugen aller Größen stehe zur Verfügung und verbinde Lust an Mobilität mit emissionsarmer Fortbewegung.

Diskussionsrunde: Wie weiter mit dem Berliner Wirtschaftsverkehr?

Die Lounge-Veranstaltung des NETZWERK ERDGAS schloss mit  in einer Podiumsdiskussion, die sich mit Möglichkeiten, Wünschen und Hürden der Umsetzung einer Mobilitätswende beschäftigte. Von Wirtschaftsseite sowie vonseiten der IHK Berlin wurde die Reaktion des Berliner Verkehrssenats auf die drohenden Diesel-Fahrverbote gelobt. Die Berliner Wirtschaft sei aufgrund der Anliegerlösung zunächst nicht betroffen, müsse aber perspektivisch sehr wohl darauf hinarbeiten, ihre Flotte emissionsarm umzubauen.

Alle Diskutanten waren sich einig, dass auch eine verbesserte Verkehrsplanung vonnöten sei, Park und Ride-Möglichkeiten geschaffen und das Normensetting, nicht zuletzt der Tiefbauämter, innovations- und zukunftsorientierter  gestaltet werden müsse.

Jochen Brückmann | Bereichsleiter für Stadtentwicklung, IHK Berlin

Dr. Timm Kehler | Vorstand, Zukunft ERDGAS

Susan Friedrich | Vorstand, IMW Interessenvereinigung Mittelständische Wirtschaft e. V.

Frank Christian Hinrichs | Geschäftsführer, inno2grid GmbH


Bildergalerie der Veranstaltung

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