Smart City Berlin: Eine Vision wird Wirklichkeit?

Fachtagung am 08.11.2017


Berlin will Smart City werden … aber wie?
Papier ist geduldig, dies trifft auch auf die Smart City-Strategie des Berliner Senats zu, deren Umsetzung auf sich warten lässt. 

Das NETZWERK ERDGAS hatte für den 8. November zum Praxischeck geladen: Wo stehen wir bei der Strategieumsetzung? Welches sind dabei verheißungsvolle Ansätze? Und vor allem, welche „smarten Bedürfnisse“ haben Bürger und Kunden eigentlich? Das waren die Leitfragen der Fachtagung, die passend zum Thema in der futuristischen Eventlocation „Cyberobics“ am Alexanderplatz stattfand.

Nach der Begrüßung durch den Prokuristen der NBB Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg Carsten Döring nutzte der neue Vorsitzende der Geschäftsführung Maik Wortmeier die Gelegenheit, sich den Teilnehmern des NETZWERK ERDGAS vorzustellen und zur weiteren Zusammenarbeit zu ermuntern.

Videodokumentation der Fachtagung

Die Vorträge im Rückblick.

Intelligente Energienetze: Das Rückgrat des smarten Berlin.

In seinem Vortrag beleuchtete Maik Wortmeier die smarten Möglichkeiten eines intelligenten Erdgasnetzes, aber auch den breiten Zugang der NBB zum Thema, die bekanntlich Energienetze für unterschiedliche Medien (Gas, Fernwärme, Strom und Wasser) betreibt. Eindrücklich war vor allem sein Eingangsstatement, in dem er nachdrücklich auf die klimapolitischen Notwendigkeiten einer umfassenden und schnellen Emissionsminderung hinwies.

Maik Wortmeier

Maik Wortmeier

Thomas Ketzler

"Smart City" nicht auf Energieaspekte reduzieren

Thomas Ketzler von PwC PricewaterhouseCoopers GmbH zeigte in seinem Vortrag die vielfältigen Dimensionen von Smart City-Ansätzen auf. Diese sind keineswegs auf Energieaspekte begrenzt, sondern umfassen praktisch alle Lebensbereiche. Smart Cities sollen dabei Antworten geben auf Megatrends, die durch Urbanisierung, demografischen Wandel, Migration, Digitalisierung und eben die Energiewende gekennzeichnet sind.

Der zweite Themenblock der Veranstaltung widmete sich praktischen Konzepten der Smart City-Strategie, die sich in Berlin bereits in der Umsetzung befinden.

Frank Christian Hinrichs

Mobilitätskonzepte bereits in die Planungsphase neuer Quartiere mitdenken

So zeigte Frank Christian Hinrichs, Geschäftsführer der inno2grid GmbH, Perspektiven einer neuen Mobilitätskultur auf, die von der Areal- und Quartiersebene starten und mit den gesamtstädtischen Mobilitätsstrukturen zu verknüpfen sind. Besondere Erwähnung fand die Notwendigkeit, die Mobilitätskonzepte bereits in die Planungsphase neuer Quartiere wie z.B. bei der TXL Urban Tech Republic oder den Projekten in der Wasserstadt Spandau aufzunehmen. Dies sei wesentlich effizienter und kostengünstiger als eine nachträgliche Integration in bereits bestehende Infrastrukturen.

Karsten Mitzinger

Smartes und klimaverträgliches Wohnquartier: Der Wohnpark Mariendorf

Der Geschäftsführer der Gewobag ED Energie- und Dienstleistungsgesellschaft, Karsten Mitzinger, erläuterte den integrierten Ansatz seines Unternehmens, das sich keineswegs auf Fragen der klassischen Energieversorgung begrenzt. So werden z.B. im Wohnpark Mariendorf Fragen der Bedarfsreduzierung, der Versorgung mit Strom und Wärme mit innovativen Mobilitätsangeboten verknüpft und somit eine Smart City im Kleinen realisiert.

Christian Bantle

Digitalisierung aus der Sicht des Endkunden/Mieters

Dass diese praxisrelevanten Ansätze nicht ohne eine adäquate Berücksichtigung von Kundenwünschen, -bedürfnissen und auch -ängsten gelingen können, verdeutlichte der Vortrag von Christian Bantle, Fachgebietsleiter Marktstrukturen und Marktentwicklung beim BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V., der eine umfangreiche Untersuchung seines Fachbereichs beim BDEW zur „Digitalisierung aus Kundensicht“ vorstellte. Dabei wurde deutlich, dass es bezogen auf digitale Angebote ganz unterschiedliche Nutzertypen gibt. Ihre Befindlichkeiten umfassen eine Spannbreite, die von der „Faszination der geradezu unendlichen Möglichkeiten“ über eine „Überforderung“ bis hin zum „Ringen um Kontrolle“ reicht. Eindrucksvoll legte Bantle dar, wie diese differenzierten Kundenbedürfnisse in akzeptanzstarke Angebote z.B. im Bereich PV-Anlagen in Kombination mit Batteriespeichern überführt werden können.


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