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Quartiere als Verbraucher, Erzeuger, Speicher und Netzstabilisator in einem.

Deutschlands erste Power-to-Heat-/ Power-to-Cool-Anlage

Das besondere Projekt Januar 2018

Deutschland produziert bereits viel erneuerbaren Strom, der abgeregelt werden muss, weil es zu wenig Bedarf gibt. Diesen Überschussstrom zur Wärme- und Kälteversorgung in einer innovativen Quartierslösung zu nutzen – darauf zielt das Konzept von Deutschlands erster Power-to-Heat-/ Power-to-Cool-Anlage (P2H-/P2C), die von der GASAG Solution Plus vor kurzem in Berlin-Schöneberg in Betrieb genommen worden ist, ab.

Allein in Brandenburg wurde 2016 Windstrom in der Größenordnung des gesamten Berliner Strombedarfs von zehn Tagen abgeregelt zu erheblichen Kosten für die Stromverbraucher, da die Betreiber der Windstromanlagen hierfür entschädigt werden. Diesen sinnvoll zu nutzen scheint nicht nur volkswirtschaftlich sondern auch klimapolitisch geboten.

Innovative Wege hierbei geht die GASAG Solution Plus GmbH mit der deutschlandweit ersten Power-to-Heat-/ Power-to-Cool-Anlage (P2H-/P2C), die kürzlich auf dem EUREF-Gelände in Berlin-Schöneberg in Betrieb genommen wurde.

v.l.n.r.: Matthias Trunk, Vertriebsvorstand GASAG AG; Frank Mattat, Geschäftsführer GASAG Solution Plus; Vera Gäde-Butzlaff, Vorstandsvorsitzende GASAG AG; Ramona Pop, Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe; Benjamin Melcher, Vorstand EUREF AG. Foto: GASAG Solution Plus

Die P2H-/P2C-Anlage ist Teil einer ausgefeilten Energieversorgung des EUREF-Campus, die bereits heute die Klimaziele für 2050 realisiert.

Die P2H-/P2C-Anlage, die in einer sogenannten Energiewerkstatt untergebracht ist, besteht aus einem Elektroheizer mit 500 kWel Leistung. Dieser wandelt den Strom in Wärme um, die dann in zwei Speicher mit je 22m3 Kapazität eingespeist wird. Die P2H-/P2C-Anlage nutzt also den überschüssigen Strom zur Erwärmung von Wasser, das bei Bedarf das EUREF-Gelände mit Wärme versorgt. Auch die lokale Kälteversorgung erfolgt nach diesem Prinzip: Zwei Kompressionskältemaschinen nutzen im Sommer den überschüssigen Strom zur Versorgung des EUREF-Campus.

Speicher der P2H-/P2C-Anlage. Foto: GASAG Solution Plus

Auch in Fällen zu geringer Netzspannung kann die Anlage durch die Kombination mit einem Biomethan-BHKW unterstützend wirken. Die Anlagen tragen damit auch zur Verbesserung der Netzstabilität bei.

Anstatt also das Überangebot an erneuerbarem Strom abzuregeln, wird dieses umgewandelt, gespeichert und zur Wärme- bzw. Kälteversorgung des EUREF-Campus genutzt. Auf diese Art und Weise setzt die P2H-/P2C-Anlage die vielfach diskutierte Sektorenkopplung in der Praxis um.

Frank Mattat, Geschäftsführer GASAG Solution Plus. Foto: GASAG Solution Plus

„Die Anlage ist neuer Ansatz und zugleich eine Blaupause für die energetische Versorgung von Quartieren in der Zukunft. Das Quartier ist damit Verbraucher - Erzeuger - Speicher und Netzstabilisator in einem“, so Frank Mattat, Geschäftsführer der GASAG Solution Plus, anlässlich der Einweihung der Anlage im Oktober diesen Jahres.

Die P2H-/P2C-Anlage ist Bestandteil der WindNODE-Initiative, deren Hauptaufgabe die Förderung intelligenter Nutz- und Speichersysteme von erneuerbaren Energien ist. Gefördert wird das Vorhaben vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Programm Schaufenster Intelligente Energie – Digitale Agenda für die Energiewende (SINTEG) (s.a. www.windnode.de).


Kontakt:

Andreas Jarfe
GASAG Solution Plus
ajarfe@gasag.de


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