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Gasbrennwertnutzung erfolgreich „getunt“.

Baugenossenschaft IDEAL erzielt große Energieeinsparungen durch preisgekrönte Technologieinnovation

Projekt des Monats Juli 2016

Wie in einem denkmalgeschützten Gebäudebestand kostengünstig Energieverbräuche reduzieren und den CO2-Ausstoß dauerhaft vermindern? Vor dieser Frage stehen viele Wohnungsunternehmen in Berlin und in ganz Deutschland. Die Berliner Baugenossenschaft IDEAL zeigt, wie dies mit vergleichsweise wenig Aufwand gehen kann.

Die drei Heizkessel versorgen 800 Wohnungen in Berlin-Britz. Foto: aluta Wärmetechnik GmbH

Mehrstufige Abkühlung mit gasbetriebenen Wärmepumpen

Wenn an der Gebäudehülle nichts geht, oder Dämmmaßnahmen zu teuer sind, muss moderne Haustechnik ran: Durch den Einsatz einer innovativen Brennwerttuning®-Technologie konnte der bereits hohe Wirkungsgrad der neu installierten Gasbrennwertkessel nochmal um weitere 4,5 Prozent gesteigert werden. Technischer Kern des Tuningsverfahrens ist die mehrstufige Abkühlung der Kesselabgase, die dann „handwarm“ in den Schornstein geleitet werden.

In der ersten Stufe wird das Abgas, wie bei Brennwertkesseln üblich, über den Heizungsrücklauf entsprechend der Rücklauftemperatur ausgekühlt. In der zweiten Stufe wird die vorhandene Restwärme über gasbetriebene Absorptionswärmepumpen genutzt. Die Heizenergie der Wärmepumpenanlage wird dabei in den Heizungsrücklauf der Hausanlage nach der ersten Brennwertstufe eingespeist. Dabei arbeiten die Wärmepumpen mit sehr hohen Laufzeiten bei höchster Effizienz.

Insgesamt wurde die Anlage nicht als kleine Pilotanlage konzipiert: Mit einer Heizleistung von rund 4 MW versorgt sie knapp 800 Wohnungen eines denkmalgeschützten Gebäudebestands in Berlin-Britz. Die Anlage wird von einer hochwertigen Gebäudeleittechnik mit einer webbasierten Datenfernübertragung gesteuert und überwacht. Versorgt werden die Gebäude über eine Heizzentrale, ein Nahwärmenetz und elf Unterstationen.

Positive Kosten- und Umwelteffekte

Durch den Einsatz der vom Berliner Ingenieurbüro Lang entwickelten innovativen Gastechnologie konnten – gegenüber der Altanlage – knapp 30 Prozent  der Primärenergie eingespart werden. Für die Mieter extrem erfreulich: Die Heizenergiekosten wurden um 44 Prozent gesenkt. Und auch der CO2-Ausstoss konnte um 1.400 Tonnen pro Jahr reduziert werden.

Und das ist einiges: „Das entspricht in etwa so vielen Tonnen CO2, wie jährlich 800 Mittelklasseautos mit einer Fahrleistung von 15.000 km pro Jahr ausstoßen. Davon profitieren nicht nur unsere Mieter, sondern auch die Umwelt“, so Michael Abraham, Vorstand der Baugenossenschaft IDEAL.

Restwärme wird über gasbetriebene Absorptionswärmepumpen genutzt. Foto: aluta Wärmetechnik GmbH

Niedrige Kosten führen zu „hohen Preisen“

Die Erfolgsstory des Projektes der IDEAL hat sich bereits in verschiedenen Auszeichnungen und Preisen niedergeschlagen. So erhielt das Ingenieurbüro Lang den DEUTSCHEN TGA Award. Die ausführende Berliner Firma, die aluta Wärmetechnik, wurde als Berliner EnergiesparMeister/-in 2015 ausgezeichnet. Dies übrigens nicht nur wegen der bewältigten technischen Herausforderung, sondern auch, weil die Anlage bei vollem Betrieb im Winter modernisiert wurde. Nach Auskunft der IDEAL gab es nicht eine Beschwerde der Mieter.

Die Macher v.l.n.r.: Michael Abraham, Baugenossenschaft IDEAL eG, Jürgen Lang, Ingenieurbüro Lang, Lars Hoelke, aluta Wärmetechnik GmbH, Uwe Lüders, Baugenossenschaft IDEAL eG. Foto: VME Energieverlag

Ein Projekt der:

 

In Zusammenarbeit mit:


DEUTSCHER TGA AWARD 2016 und Berliner Energiesparmeister/in 2015

Das Ingenieurbüro Lang hat 2014 den DEUTSCHEN TGA AWARD erhalten, die aluta Wärmetechnik GmbH 2015 die Auszeichnung zum Berliner Energiesparmeister.

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