BDH: Wärmepumpen können Brennwerttechnik nicht ersetzen.

Im vergangenen Jahr wurden über 550.000 neue Heizungen auf Erdgasbasis verbaut. Dies geht aus den neuen Zahlen hervor, die der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie e.V. (BDH) zusammengetragen hat. Der Absatz von Ölheizungen lag bei gut 60.000 Geräten, der von Wärmepumpen bei etwa 78.000. Die vom BDH in der Welt veröffentlichte Jahresbilanz 2017 speist sich aus Quellen der deutschen Heizindustrie. 

Wärmepumpen werden hauptsächlich im Neubau eingesetzt und sind nur dann eine wirtschaftliche und ökologische Alternative, wenn sie in Kombination mit erneuerbarem Strom betrieben werden.

Laut BDH können Wärmepumpen in einem Großteil der Bestandsgebäude ihr Energieeffizienzpotenzial nicht ausschöpfen: Die Gebäude müssen erst modernisiert werden. Deshalb rät der BDH, schnellstmöglich Brennwertkessel oder hybride Systeme einzusetzen und die folgenden Jahre für Dämmung von Dach, Hülle oder den Einbau von Isolierfenstern zu nutzen. Selbst in diesem Fall bleibe die Brennwerttechnologie eine langfristig attraktivere Lösung.

Der Thinktank Agora Energiewende geht davon aus, dass sich die Zahl der Wärmepumpen in Deutschland bis 2030 zur Erreichung der Klimaschutzziele auf rund sechs Millionen erhöhen müsste. Der BDH rechnet hingegen mit maximal vier Millionen Wärmepumpen und hält selbst das für sehr ehrgeizig. 

Die Agora-Studie geht davon aus, dass Ölheizungen bis 2030 komplett aus dem Häuserbestand verschwinden und weitestgehend durch Wärmepumpen ersetzt werden müssen. Der BDH hält es hingegen für illusorisch zu glauben, überall Wärmepumpen einsetzen zu können. Dort, wo Wärmepumpen nur bedingt einsetzbar seien, sollte moderne Brennwerttechnik eingebaut werden.

Exklusivmeldung zu den Zahlen des BDH

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