Reaktion von Verbänden auf die Gutachten zur CO₂-Bepreisung.

Sehr unterschiedlich fallen die Bewertungen einer möglichen CO₂-Bepreisung unter den Verbänden der betroffenen Wirtschaftssektoren aus. Prinzipiell begrüßen die Verbände den Kampf gegen einen ungebremsten Treibhausgasausstoß, nennen aber jeweils Einschränkungen, die sich aus den speziellen Situationen der jeweiligen Sektoren ergeben.

Die Initiative Zukunft ERDGAS empfiehlt im Hinblick auf die vorgestellten Studien und Gutachten zur CO₂-Bepreisung ein ganzheitliches Klimaschutzkonzept für den Wärmemarkt. Ein CO₂-Preis könne nur ein Teil des Klimaschutzkonzeptes sein. Der Vorschlag der Initiative sieht zunächst eine Ausrichtung der Energiesteuer, des Ordnungsrechts und der bestehenden Förderprogramme nach CO₂-Kriterien vor. Dieses müsse allerdings durch den Zubau erneuerbarer Energien unterstützt werden.

Der Zentrale Immobilien Ausschuss ZIA hat sich positiv zu den durch das Bundesumweltministerium (BMU) beauftragten Gutachten zu einer CO₂-Bepreisung geäußert. Vor allem die Rückerstattung des Aufkommens aus einer CO₂-Bepreisung an die in Deutschland lebenden Personen sei wichtig für die soziale Akzeptanz des Instruments, so ZIA-Präsident Andreas Mattner. Positiv bewertet er zudem, dass Unternehmen aus den Einnahmen bei klimafreundlichen Investitionen unterstützt werden sollen.

Anders äußert sich der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW. Nach Ansicht des GdW-Präsidenten Axel Gedaschko löse eine CO₂-Bepreisung nicht das soziale Dilemma des Klimaschutzes. Vielmehr sei eine Neuausrichtung der Klimapolitik mit klarer sozialer Komponente notwendig. So müssten in erster Linie die Lenkungsgrößen für energetische Maßnahmen im Gebäudebereich auf die Faktoren Treibhausgasausstoß und Endenergieverbrauch umgestellt werden. Rahmenbedingungen für echte Quartierslösungen müssten geschaffen und die Förderung der energetischen Modernisierung von Gebäuden und der Nutzung erneuerbarer Energien massiv ausgebaut werden.

Kritisch sieht auch der Deutsche Mieterbund (DMB) die mögliche Einführung eines CO₂-Preises auf Heizöl und Erdgas. Er befürchtet weitere Belastungen für Mieterinnen und Mieter. Diese hätten keinen Einfluss auf die Wahl der Heizmittel im Mietobjekt, weshalb nach Ansicht von Mieterbund-Präsident Lukas Siebenkotten die Vermieter und Vermieterinnen die zusätzlichen Kosten einer CO₂-Steuer im Heizungsbereich tragen sollten.

Meldung der Initiative Zukunft ERDGAS
Meldung des ZIA
Meldung des GdW

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