Kraft-Wärme-Kopplung

Moderne Konzepte der Energieversorgung von Wohngebäuden setzen auf die kombinierte Produktion von Wärme und Strom direkt vor Ort. Egal ob „dezentrale Kraft-Wärme-Kopplung“, „Blockheizkraftwerk“ oder „stromerzeugende Heizung“: Gemeint ist mit diesen Begriffen immer ist dasselbe: Die hocheffiziente gleichzeitige Umwandlung von Erdgas in Strom und Wärme mittels leistungsfähiger Motoren.


Die Vorteile dezentraler KWK

  • optimierte Brennstoffausnutzung: 90 Prozent des Brennstoffs werden in Strom und Wärme umgewandelt

  • Dadurch rund 40 Prozent weniger Primärenergiebedarf

  • Beitrag zum Klimaschutz durch reduzierten CO2-Ausstoß

  • geringe Leitungsverluste

  • Verringerung bzw. Vermeidung des – teuren – „Fremd“-Strombezugs durch Eigenproduktion.

  • geringere Energiekosten

  • Installation wie herkömmliche Heizsysteme, daher auch als deren Ersatz geeignet.

  • Vorzugstechnologie für dezentrale Nahwärmeprojekte.

Die Berliner Wohnungswirtschaft hat bereits eine Vielzahl von BHKW-Projekten erfolgreich realisiert, wie etwa die degewo (Projekt des Monats Dez/2014) , die Berliner Bau- und Wohnungsgenossenschaft von 1892 eG (Projekt des Monats Jun/2011) oder Stadt und Land (Projekt des Monats Feb/2011).

Der KWK-Atlas auf der Internetseite der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt bietet eine Übersicht über realisierte KWK-Projekte. Dort finden sich auch weitere Informationen zur KWK-Technologie sowie zu den CO2-Einsparungen durch Kraft-Wärme-Kopplung in Berlin.
Auch für Einfamilienhäuser und Etagenwohnungen sind bereits Geräte – sogenannte Mikro-KWK-Anlagen – am Markt verfügbar bzw. stehen kurz  vor der Markteinführung. Politisch gewünscht – rechtlich begünstigt.

Die Bundesregierung will den Anteil des dezentral erzeugten Stroms bis zum Jahr 2020 von derzeit 12% auf 25% verdoppeln. Um das zu erreichen, wird der Einsatz dezentraler KWK-Anlagen durch verschiedene Maßnahmen staatlich gefördert und steuerlich begünstigt. Und auch bei Berechnungen der energetischen Eigenschaften von Gebäuden nach Energieeinsparverordnung (EnEV) werden KWK-Anlagen mit günstigen Primärenergiekennwerten positiv berücksichtigt. Das schafft Entlastungen bei Wärmeschutzmaßnahmen.

Wohin geht eigentlich der erzeugte Strom?


Strom kann grundsätzlich auf drei Wegen verwendet werden

  • Er kann ins öffentliche Netz eingespeist werden. Die Vergütung erfolgt auf der Basis der Regelungen des KWK-G (Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz). Wird Bio-Erdgas eingesetzt, erfolgt die Einspeisevergütung nach Erneuerbare Energien Gesetz (EEG).

  • Er kann zur Deckung des eigenen Hausstrombedarfs genutzt werden. Der Bezug von vergleichsweise teurem - aus dem öffentlichen Netz bezogenen - Strom kann durch günstige Eigenerzeugung reduziert bzw. ganz vermieden werden.

  • Er kann den Mietern angeboten werden. Im Regelfall können dabei Preisvorteile gegenüber einem externen Strombezug realisiert werden, schon weil ansonsten fällige Netzentgelte entfallen. So bieten Contractoren meist Tarife, die unter den Standardangeboten der Regionalversorger liegen. Die Berliner Wohnungsunternehmen haben bereits überaus positive Erfahrungen mit diesem Modell gemacht. So lassen praktisch alle Mieter der GeWoSüd mit Strom aus dem Blockheizkraftwerken in ihren Kellern versorgen – und das schon seit über 15 Jahren!


Wer plant, baut und betreibt eigentlich dezentrale KWK-Anlagen?

Wohnungsunternehmen können KWK-Anlagen natürlich selbst betreiben. Meist aber werden sie von professionellen Contractoren installiert und betrieben, die über das notwendige Kapital und das Know-how verfügen. Das Wohnungsunternehmen bezieht die erzeugte Wärme vom Contractor und leitet diese über die hausinterne Verteilung an seine Mieter. Der erzeugte Strom wird entweder ins Netz eingespeist, als Hausstrom an das Wohnungsunternehmen verkauft oder direkt an die Mieter geliefert. Im letzten Fall schließt der Contractor mit den Mietern Einzelverträge ab. Neuerdings bieten Contractoren ein sogenanntes „Kleinanlagencontracting“ für Mikro-KWK-Anlagen, die „Stromerzeugende Heizungen“.

Link für weitere Informationen zu Energiedienstleistern


Die Strom erzeugende Erdgas-Heizung

Auch für den Ein- und Zweifamilienhausbereich werden bereits Anlagen angeboten, die nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung arbeiten. Der Film erklärt die Einsatzbereiche und Vorteile der sogenannten Stromerzeugenden Heizung.


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