Geringinvestive Maßnahmen.

Häufig können auch ohne große Investitionen, wie etwa der Dämmung der Gebäudehülle, bereits erhebliche Energieeinsparungen realisiert werden. Die sogenannten geringinvestiven Maßnahmen erzielen je eingesetzten Euro die größten Einsparungen. Die hohe Kosteneffizienz geringinvestiver Maßnahmen wurde z.B. im ALFA-Projekt des Verbandes Berlin-Brandenburger Wohnungsunternehmen belegt. Auch das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderte Forschungs- und Qualifizierungsprojekt OPTIMUS hat bewiesen, dass die energetische Optimierung bestehender Heizungsanlagen ökonomisch sinnvoll ist.

Zu den geringinvestiven Maßnahmen gehören z. B.:

  • ein hydraulischer Abgleich des Heizungssystems,
  • ein Pumpencheck,
  • die Optimierung der Betriebszeiten der Heizungspumpe,
  • die Optimierung der Betriebsweise des Heizkessels,
  • sowie die Dämmung freiliegender Rohrleitungen für Heizung und Warmwasser in nicht beheizten Räumen. Dies ist laut EnEV zudem vorgeschrieben.

Mit diesen Maßnahmen kann der Energieverbrauch je nach Ausgangslage um 5 bis 15 Prozent gesenkt werden - eine Größenordnung, die im Zusammenhang mit kommenden rechtlichen Anforderungen von erheblicher Bedeutung sein kann.


Hydraulischer Abgleich

Ein „Muss“ ist der hydraulische Abgleich einer Heizungsanlage – bei neuen oder modernisierten Anlagen ohnehin. Aber auch bei Bestandsanlagen können mit diesem kostengünstigen Verfahren erhebliche Einsparungen realisiert werden. Zumal dies nicht allein ein „Energiethema“ ist. Denn Pfeif- und Knackgeräusche in Heizungsleitungen deuten nicht nur auf eine schlechte Regulierung hin, sondern stören auch gewaltig.

Praxisnahe Hinweise für den Fachhandwerker zur Durchführung eines hydraulischen Abgleichs bei den unterschiedlichen Anlagentypen.

Übrigens: In KfW-Programmen mit denen eine Heizungsmodernisierung gefördert wird, gilt der hydraulische Abgleich als Fördervoraussetzung.

Praxistipp:

Bei allen größeren Maßnahmen an der Heizungsanlage (Kesseltausch etc.) unbedingt auf den Nachweis eines hydraulischen Abgleichs durch das Handwerksunternehmens bestehen!


Umwälzpumpe checken

Ältere Heizungspumpen arbeiten im Normalfall ungeregelt und sind vielfach zu groß ausgelegt. Mit einer Hocheffizienzpumpe lassen sich bis zu 80 Prozent der Stromkosten einsparen. Ein einfacher Online-Check ist auf co2online möglich, mit dem man überschlägig ermitteln kann, ob ein Austausch der alten Pumpe sinnvoll ist. Beim Neukauf bietet das seit 2005 etablierte Energielabel für Heizungspumpen eine Orientierung, mit dem die führenden Hersteller auf freiwilliger Basis ihre Produkte kennzeichnen. Das Label entspricht in Gestaltung und Klassifizierung im Wesentlichen dem EU-Label, das von Haushaltwaren bekannt und eingeführt ist.


Neue Effizienzanforderungen für Heizungspumpen

Seit dem 1. Januar 2013 gelten für externe Heizungspumpen sehr strenge Effizienzanforderungen, die in der "Energiebetriebene-Produkte-Richtlinie" (Ökodesign-Richtlinie) der EU definiert sind. Zum 1. August 2015 sollen diese Anforderungen noch einmal verschärft werden. Dann gelten die Anforderungen auch für integrierte Pumpen. Integrierte Umwälzpumpen in bestehenden Wärmeerzeugern sind bis zum 1. Januar 2020 von der Regelung ausgenommen.

Das Ziel: Bis 2020 soll der Gesamtstromverbrauch aller in der Europäischen Union betriebenen Nassläufer-Umwälzpumpen für Heizung und Klima halbiert werden. 23 Terawattstunden Strom sollen so EU-weit eingespart werden. Technisch überholte, ineffiziente Modelle dürfen seither nicht mehr verkauft werden.


zum Seitenanfang