Energiedienstleistungen.

Kostensenkung und Klimaschutz aus einer Hand

Kerngeschäft der Wohnungswirtschaft ist die Vermietung. Warum spezialisierte Aufgabenbereiche nicht an Experten mit Fachkompetenz vergeben? In den letzten Jahren sind immer mehr Wohnungsunternehmen dazu übergegangen, die Versorgung mit Raumwärme, Warmwasser und zusehends auch die Stromversorgung im Rahmen eines Contractings an externe Dienstleister zu vergeben. Diese planen, bauen, finanzieren und betreiben die Anlagen auf eigenes Risiko.


Wohnungswirtschaft minimiert Aufgaben und Risiken

Kurzum: Contracting bedeutet die Verlagerung von Planungs-, Finanzierungs- und Betriebsrisiken auf einen professionellen Dienstleister. Dabei wird die Lieferung von Raumwärme und Warmwasser oftmals mit der Lieferung von Strom für den Gemeinbedarf (Hausstrom) und Mieterstrom kombiniert.

Der Contractingmarkt hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Waren es ursprünglich Handwerksunternehmen und danach Planungsbüros, sind es seit mehreren Jahren technologie- und kapitalstarke Anbieter, die modernste Technik einsetzen.

Aktuell werden Contractingmodelle stark in Richtung Integration von erneuerbaren Energien angeboten. Eine favorisierte Variante ist dabei die Verfeuerung von Bioerdgas in Blockheizkraftwerken. Hierdurch gelingt es, die Wärme- und auch Teile der Stromversorgung annähernd klimaneutral zu gestalten. Nach diesem Modell wird z.B. die Siedlung Mariengrün der degewo in Berlin versorgt. Aber auch Büro- und Gewerbebauten, wie z.B. der EUREF Campus in Berlin Schöneberg und das Ullsteinhaus, realisieren ähnliche Projektansätze.

Ein konzeptioneller Ansatz, der gegenwärtig verstärkt am Contractingmarkt angeboten wird, ist die Kopplung der Wärmeversorgung mit der Stromversorgung der Mieter eines Gebäudes oder Quartiers direkt aus dem Heizkeller vor Ort. Für diese Mieterstrommodelle werden oftmals eigene Markennamen mit lokalem Bezug kreiert. In der jüngeren Vergangenheit haben insbesondere die großen Berliner Wohnungsunternehmen Mieterstromprojekte realisiert. Sie zielen – neben reduzierten Energiekosten – vor allem darauf ab, die Bindung des Mieters an seinen Wohnstandort auch über die Identifikation mit der Energieversorgung zu erhöhen.


Rechtsicherheit hergestellt: Der Gesetzgeber hat gehandelt

Lange Zeit galt die praktische Realisierung von Energiedienstleistungs- oder Contractingprojekten als rechtlich kompliziert und unsicher.

In der jüngeren Vergangenheit aber wurde durch den Gesetzgeber – mit der Neufassung des Mietrechts in § 556c BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) und dem Erlass der Wärmelieferverordnung – Rechtssicherheit geschaffen.

Kernziel der Regelungen ist – neben der Schaffung von Rechtssicherheit – vor allem die sogenannte Warmmieteneutralität, nach der sich die Wärmeversorgung für den Mieter nicht verteuern darf. Hierzu hat der Gesetzgeber im Rahmen der sogenannten Wärmelieferverordnung eine differenzierte Berechnungssystematik erlassen. Darüber hinaus regelt die Wärmelieferverordnung beispielsweise die Gestaltung von Wärmelieferverträgen und Preisänderungsklauseln.


Qualitätsstandards durch Anwendung von Praxishilfen und Verbändevereinbarung

Der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. (BBU), als zentraler wohnungswirtschaftlicher Verband in Berlin-Brandenburg, hat sich mit den wichtigen Verbänden und der Contractingbranche auf Spielregeln bei der Umsetzung von Contractingprojekten im Rahmen einer sogenannten Verbändevereinbarung geeinigt.

Mit dem „Leitfaden zur Einführung der gewerblichen Wärmeversorgung in der Wohnungswirtschaft“, wollen der BBU, der Verband für Wärmelieferung e.V. (VfW) und das ESCO Forum im ZVEI Wohnungsunternehmen ein Instrumentarium an die Hand geben, das einfache Wege zur erfolgreichen Umsetzung des Wärmecontractings im Wohnungsbau aufzeigt.

Auf den Seiten der ZVEI finden sich Checklisten und Ausschreibungshilfen, mit denen Contractingprojekte zielgerichtet umgesetzt werden können.


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