Projekt des Monats:

Energetische Quartierskonzepte: Vorreiterprojekt in Lichtenberg nimmt Fahrt auf

In einem Modellprojekt will der Berliner Bezirk Lichtenberg zwei Häuserblöcke im Stadtumbaugebiet „Frankfurter Allee Nord“ zu einem energetischen Vorzeigequartier entwickeln. Dabei ist eine überaus vielfältige Gebäude – und Eigentümerstruktur zu berücksichtigen: Für rund 40 Gebäude mit fast genau so vielen Eigentümern/Vermietern und mehr als 900 Mietern und einer beheizten Fläche von rund 44.000 m2 sollen gemeinsam klimaschonende Maßnahmen entwickelt werden. Ein optimales Kosten-Nutzen-Verhältnis steht dabei im Mittelpunkt.

 

 

 

Lichtenberg geht neue – sehr anspruchsvolle – Wege. Denn bisher wurden energetische Quartierskonzepte insbesondere dort realisiert, wo eine homogene Eigentümerstruktur einen guten Zugriff auf alle Liegenschaften ermöglicht. Im Lichtenberger Modellvorhaben ist eine Vielzahl von Interessen und Strukturen unter einen Hut zu bringen. Damit ist das Projekt berlinweit einmalig und dürfte auch darüber hinaus Wirkung entfalten. 

 

 

 

Grundlage des Projektes ist die ehrgeizige Klimastrategie des Bezirks: Auf der Grundlage des bezirklichen Klimaschutzkonzeptes will Lichtenberg seine CO2-Emissionen bis 2020 erheblich senken. 48 Prozent der Treibhausgase entstehen im Bezirk durch das Heizen von Gebäuden und den Stromverbrauch der dort lebenden Menschen.

 

„Beim Umsetzen unserer bezirklichen Klimaschutzziele ist das Senken des Energieverbrauchs und der Emissionen insbesondere in den typischen Altbauquartieren mit unterschiedlichen Eigentümern von besonderer Bedeutung. Ziel unseres innovativen Modellprojektes ist der Dialog mit Eigentümern und Mietern und die Beratung zu energiesparenden, finanzierbaren und sozialverträglichen Maßnahmen im Miethausbestand. Damit verbunden ist die Hoffnung, dass wir Eigentümer dafür gewinnen können, energetische Maßnahmen umzusetzen“, so Wilfried Nünthel (CDU), Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung im Bezirk Lichtenberg bei der öffentlichen Projektvorstellung.

 

Realisiert wird das Projekt in einem Verbund unterschiedlichster Stellen und Akteure. So kooperiert das Bezirksamt Lichtenberg mit der IBB Investitionsbank Berlin, Stattbau GmbH, dem Berliner Mieterverein und vielen anderen. Die GASAG bringt ihre energiewirtschaftliche und –technische Expertise in das Projekt ein. Zudem gehört das Quartier zu einem Stadtumbau- und teilweise auch zu einem Sanierungsgebiet.

 

„Wollen wir die Energiewende erfolgreich in die Städte bringen, müssen wir daran arbeiten, innerstädtische Altbau-Quartiere fit für den Klimaschutz zu machen. Und dabei geht es nicht nur um teure Sanierungen. Eine Modernisierung der Heizungsanlage ermöglicht oftmals schon eine deutliche Einsparung und das noch Warmmieten-neutral“, betont Stefan Grützmacher, Vorstandsvorsitzender der Gasag.

 

 

Gute Stimmung bei der Projektpräsentation

 

Konkret werden im Projekt zwei Ansätze verfolgt:

Einerseits bietet es ein auf das jeweilige Mietshaus bezogene Beratungspaket. Somit erhalten Einzeleigentümer kostenfrei ein energetisches Sanierungskonzept und einen Energieausweis für ihr Gebäude. Das Sanierungskonzept ist anonym und wird ohne Umsetzungsverpflichtung angeboten wird. Dabei werden auch gering investive Maßnahmen betrachtet, die spürbare Effekte erzielen und relativ unkompliziert umsetzbar sind, wie etwa das Dämmen von Leitungen oder Beleuchtungskonzepte, Gleichzeitig können Mieter haushaltsbezogene Energieberatungen in Anspruch nehmen.

 

 

 

Andererseits sollen die Eigentümer für liegenschaftsübergreifende gemeinsam koordinierte Maßnahmen gewonnen werden, um die Investitionskosten zu senken und damit die Belastungen für die Mieter zu reduzieren. Dazu gehört beispielsweise die Wärme- und Stromversorgung durch ein gemeinsames BHKW oder das Nutzen von Rabatten, die gewährt werden, wenn mehrere Vermieter energetische Sanierungsmaßnahmen gemeinsam beauftragen.

 

Ende April 2015 sollen erste Projektergebnisse vorliegen.

 

Gemeinsame Erklärung von GASAG und des Bezirksamts Lichtenberg

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