Projekt des Monats:

Ullsteingebäude: Modell für die denkmalgerechte Energiewende

Das Berliner Ullsteinhaus wird jetzt zu einem Modell für Klimaschutz im Baudenkmal. Möglich wird dies durch innovativste Technik und den Einsatz von Bio-Erdgas.

 

Ob und welche Beiträge Baudenkmale zur städtischen Energiewende leisten können – darüber geraten Klima- und Denkmalschützer immer wieder in erbitterten Streit. Zu Recht fordern die Vertreter der Stadtbild- und Denkmalpflege: Unser baukulturelles Erbe darf nicht hinter Dämmungen oder Energieanlagen verschwinden.  Schließlich bedeutet die gebaute Umwelt Heimat und ist wesentlich für die Identität unserer Städte.

 

Dass es auch anders geht, wird jetzt im denkmalgeschützten  Ullsteingebäude eindrucksvoll demonstriert. Ohne jeden Eingriff in die historische Bausubstanz und ohne Veränderung des Erscheinungsbildes werden hier jetzt jährlich 2.850 Tonnen des Klimagases Kohlendioxid (CO2) eingespart. Das Tempelhofer Wahrzeichen wird damit zu einem Leuchtturm der städtischen Energiewende.

 

 

Green-KWK: Effizienz und erneuerbare Energien.

Innovative Erdgastechnik und sind das Kernstück des Konzepts. Die Wärmeversorgung  für den riesigen Gebäudekomplex  übernimmt ab diesem Herbst eine Green-KWK-Anlage. Diese wandelt jährlich 7.617 MWh Ho Biomethan in Wärme und Strom um. Die thermische Leistung des Blockheizkraftwerks reicht aus, um den Grundwärmebedarf des riesigen Gebäudekomplexes zu decken. Für die Wärmespitze werden zwei hocheffiziente Gaskessel eingesetzt. Der erzeugte Ökostrom wird von der Gasag vertrieben.

 

 

Hohe Energiestandards wichtig.

„Kalkulierbare Energiekosten werden bei der Vermietung von Gewerbeflächen immer wichtiger“, erklärt Uwe Bark, Objektmanager der Becker & Kries Immobilien Management GmbH. Die  Eigentümerin des Areals suchte des halb per Ausschreibung nach einer kostengünstigen Lösung, um den Gewerbekomplex künftig deutlich energieeffizienter mit Wärme versorgen zu können. Gewonnen hat diese Ausschreibung die Gasag Contracting GmbH. „Wir installieren im Ullstein-Haus eine dezentrale Kraft-Wärme-Kopplungslösung, die maßgeschneidert auf den Bedarf unseres Kunden ausgelegt ist. Damit stellen wir eine effiziente und nachhaltige Versorgung sicher“, erklärt Frank Mattat, Geschäftsführer der Gasag Contracting. Insgesamt fast 1,5 Millionen Euro hat die Gasag Contracting GmbH für die Green-KWK-Anlage investiert. Zunächst musste  der Gebäudekomplex an das Erdgasnetz angeschlossen und die alten ineffizienten Ölkessel demontiert werden.

Mit grüner Wärme versorgt wird aber nicht nur der frühere Hauptsitz des Ullstein Verlages, sondern auch ein großer Erweiterungsbau. Diesen ließ die Becker & Kries Immobilien GmbH Mitte der 1990er Jahre nach einem Entwurf des renommierten Architektenpaars Johanne und Gernot Nalbach errichten. Die Dimensionen des Gesamtkomplexes sind mit rund 80.000 Quadratmetern gewaltig.

 

 

Steckbrief:

Gewerbefläche:

ca. 80.000 m²
teilweise denkmalgeschützt
Verwaltung:

Becker & Kries Immobilien GmbH

Bedarf
Wärmeleistung:
Wärmeverbrauch:
5.200 kWth
6.700 MWh/a
Wesentlichste Maßnahmen:


 
Gaserschließung
BHKW-Modul mit Leistung von 550 kW elektrisch
2 neue Gaskessel (fossil)
Stromeinspeisung nach EEG

Leistungsdaten BHKW:


elektr. Leistung: 550 kW el
thermische Leistung: 637 kW th
Feuerungswärmeleistung: 1291 kW
Energiemengen nach Umbau:

Erdgas 3.937 MWh/a Ho
Biomethan 7.617 MWh/a Ho
zum Seitenanfang