Zukunftstechnik Gaswärmepumpe in Berliner Feldtests.

Effizient - ökologisch - versorgungssicher? Zwei unterschiedliche Anlagentypen von Gaswärmepumpen befinden sich aktuell in Berliner Wohngebäuden im Feldtest. Das NETZWERK ERDGAS stattete den Feldtesteilnehmern einen Besuch ab und dokumentierte die aktuellen Erfahrungen in einem Video.

 

Gaswärmepumpen.

Eine Technik, die mit Gas als Antriebenergie Umweltwärme zur Wärmeversorgung von Wohngebäuden nutzt. Mit einer deutlichen Steigerung des Wirkungsgrades sogar gegenüber effizienten Gasbrennwertanlagen bieten Gaswärmepumpen Perspektiven für die Wärmeversorgung von Wohngebäuden, die künftig strenge ökologische Maßstäbe erfüllen muss.

Die von der GASAG initiierten und betreuten Feldtests sind Teil eines bundesweiten Programms der Initiative Gaswärmepumpe (IGWP), in dessen Rahmen mit rund 100 Anlagen unterschiedlicher Hersteller Praxiserfahrungen gesammelt werden sollen.

 

Das vorläufige Ergebnis.

Das vorläufige Ergebnis der Berliner Feldtests: Zuverlässigkeit, bei hoher Energieeffizienz und geringen Kosten kennzeichnen den Testbetrieb.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die beiden im Testbetrieb befindlichen Gas-Wärmepumpen arbeiten seit Mai/Juni 2010 - haben also bereits eine strenge Heizperiode hinter sich. Dabei werden im Rahmen des Feldtests der IGWP Initiative Gas-Wärmepumpe zwei unterschiedliche technische Funktionsprinzipien getestet - die Gasabsorption und Gasadsorption.

 

Zwei Anlagentypen im Test.

Auch die beiden ausgewählten Testobjekte sind sehr unterschiedlich: Zum einen wurde eine Gaswärmepumpe in einem Mehrfamilienhausneubau getestet, in dem sich 8 Familien ein Eigenheim als Baugruppe auf Niedrigenergiestandard (KfW 40 Standard) geschaffen haben. Hier in der Nähe des Görlitzer Parks in Berlin Treptow erfolgt die Versorgung durch eine erdgasbetriebene Gas-Absorptionswärmepumpe der Firma Robur mit Pufferspeicher sowie durch eine Erdgas-Spitzenlast-Therme.

 

Die Wärmequelle, zum Teil das unter dem Bauwerk befindliche Erdreich und zum Teil das in 3 m Tiefe anstehende Grundwasser, wird durch die thermische Aktivierung der Pfahlgründung erschlossen. Hierzu wurde die Armierung der 40 Betonpfähle (ca. 13 m x Ø 40 cm) mit einem Wärmeregister belegt und dann im Teilverdrängungsverfahren in den Grund abgesenkt. Als Heizflächen werden im Haus Fußbodenheizungen verlegt. Für die sommerliche Bauteilaktivierung besteht die Möglichkeit, kühles Wasser aus den Energiepfählen über einen Wärmetauscher zur passiven Rückkühlung der Wohnungen zu verwenden.

 

 

Funktionsprinzip der Gas-Absorptionswärmepumpe mit Erdwärmetauscher in Betonpfahlfundamenten (Energiepfähle).

Gas-Wärmepumpen nutzen Gas als Antriebsenergie für einen thermodynamischen Prozess zur Gewinnung und Veredelung von Umweltwärme. Absorptions-Wärmepumpen arbeiten mit einer Ammoniak-Wasser-Mischung und erfahren Unterstützung vom Hilfsgas Helium. Ergebnis dieser Zusammenarbeit: Eine Wärmepumpe ohne bewegliche Teile, die noch effizienter arbeitet als moderne Gas-Brennwertheizungen.

 

Vorbildhaft: Energie- und CO2-Einsparung.

Jährlich spart das innovative Konzept 3.000 kg klimaschädliches CO2 gegenüber einer Brennwerttherme und sogar 13.000 kg gegenüber der Standardausführung nach EnEV. Über 20 Jahre werden damit sogar mehr als 260 t CO2 eingespart.

 

 

Adsorptionswärmepumpe im Zweifamilienhaus.

Im zweiten Objekt wird eine Vaillant Zeolith-Gaswärmepumpe eingesetzt, die im sogenannten monovalenten Betreib läuft.

 

In diesem Objekt, das 2009 ebenfalls nach KfW 40 Standart errichtet wurde, versorgt die Wärmepumpe eine Flächenheizung die mit Temperaturniveaus von 35 / 45°C arbeitet. Die Brauchwassererwärmung erfolgt ebenfalls über die Gaswärmepumpe und Zentralheizung. Ein Pufferspeicher mit 100l Fassungsvermögen gleicht die "Lastspitzen" aus.

 

In diesem Objekt befindet sich eine Adsorptionswärmepumpe im Einsatz. Deren technisches Funktionsprinzip um das Mineral Zeolith kreist: Das Mineral aus Aluminium- und Siliziumoxid ist ein echter Verwandlungskünstler. Aufgrund seiner zahlreichen submikroskopischen Kanäle, kann Zeolith erhebliche Mengen Wasser "einlagern". Sind die Kapazitäten aufgebraucht, beginnt es zu sieden, wodurch Energie freigesetzt wird. Wird das Mineral zusätzlich erhitzt, tritt das Wasser als Dampf wieder aus.

Initiative Gaswärmepumpe

www.igwp.de

Feldtest Adsorptionswärmepumpe

Informationen hierzu erhalten Sie unter

Tel.: 030 - 56 49 65 50.

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